Ich möchte euch heute gerne mal erzählen, wie ich überhaupt zu meinem Ladenprojekt gekommen bin.

Rückblickend wollte ich mich (beruflich) schon immer mit Mode beschäftigen. Als Kind habe ich versucht, Designs und Entwürfe von Kleidern auf Millimeterpapier zu zeichnen und musste aber feststellen, dass ich dafür nicht kreativ genug bin.

Während meines Studiums habe ich dann zwei Praktika in der Modebranche absolviert, die mir an sich auch gut gefallen haben, aber irgendwie war es noch nicht das Richtige. Nach ein paar Jahren, in denen ich im Bereich Personal gearbeitet habe und mich persönlich immer mehr mit nachhaltigen Themen, gesunder Ernährung, Sport und der Welt im Allgemeinen beschäftigt habe, kam dann die Idee auf, einen eigenen Laden zu eröffnen. Je mehr ich darüber nachgedacht habe – und das war eine Phase in meinem Leben, in der ich sehr viel über meinen Weg, meine Ziele und meine Persönlichkeit nachgedacht habe – fiel mir auf, dass das wirklich genau das ist, was ich machen möchte. Anfangs war ich mir über das Sortiment des Ladens noch nicht ganz im Klaren, aber ich wusste, es sollen Produkte sein, die bewusst und nachhaltig produziert wurden. Einige Jahre ist dieser Gedanke dann immer weiter in mir gewachsen und irgendwann war klar – jetzt oder nie (oder vielleicht erst wenn ich alt bin 🙂 ). Ich habe dann den Schritt gewagt, habe meinen Job gekündigt und mich voll auf das Abenteuer eingelassen. Zum Abschied hat mir mein Team eine selbstentworfene Tasse mit der Aufschrift “The one who follows her dreams” geschenkt. Genau so habe ich mich seither gefühlt!

Fast ein ganzes Jahr habe ich jetzt an meinem Plan gearbeitet und bereits zu Beginn hat sich rauskristallisiert, dass mir vor allem Meine Geschichtedie faire Mode am Herzen liegt. Die Umstände, die aktuell in der Modebranche ‘normal’ sind, sind einfach nicht tragbar und in meinen Augen auch nicht notwendig. In meinem letzten Jobinterview wurde ich mal gefragt, was mein Traumjob wäre. Da habe ich spontan geantwortet, dass ich gerne etwas Wirtschaftliches machen möchte, das irgendwie zum Guten in der Welt beiträgt. Und jetzt fühle ich mich wirklich so, als habe ich meinen Traumjob gefunden!

Da ich bisher noch nicht im Einzelhandel gearbeitet habe und die Modebranche doch sehr speziell ist (mit den Orderprozessen und der saisonalen Abhängigkeit), habe ich in diesem Jahr sehr viel gelernt und fühle mich inzwischen auch sicher in diesem Bereich. Ich habe wahnsinnig viele interessante und herzliche Leute kennengelernt. Die Fair Fashion-Branche fühlt sich an wie ein Paralleluniversum zur “normalen” Modebranche, in der oft alles sehr schnell und oberflächlich ist. Die Leute hier wollen alle Gutes tun, stehen hinter dem Grundsatz, Fashion nicht auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt zu produzieren und sind einfach supernette, flexible und tolle Leute. Ich habe in diesem Jahr fast ausschließlich positive und inspirierende Gespräche und Momente gehabt und bin dafür unendlich dankbar.

Das Schwierigste war dann einen passenden Laden zu finden. Die Gewinnmargen im Fair Fashion-Bereich sind nicht so hoch wie sonst in der Modebranche üblich, daher war es mir wichtig, mir keinen Kostendruck aufzubürden, der mir dann den Spaß an der Sache verdirbt. Außerdem war es mir sehr wichtig, dass der Laden schön ist, eine gute Atmosphäre hat und sich in einer guten Lage befindet. Nach langer Suche habe ich den perfekten Laden dann in Rosenheim gefunden. Die Stadt hat für mich eine wunderbare positive Energie, die das Beste von Städtischem und Ländlichem miteinander verbindet.

Die Eröffnung ist jetzt für Mitte bis Ende September geplant. Sobald alles fertig ist, öffne ich die Türen und werde dann nach der Anlaufphase auch nochmal eine Einweihungsparty organisieren.

Ich freue mich auf gute und inspirierende Gespräche und zahllose tolle Bekanntschaften in meinem Laden. Kommt vorbei (klopft auch gern, wenn noch nicht offen ist!) und helft mir, die Fashion-Industrie durch eine steigende Nachfrage an Fair Fashion zum Umdenken zu bewegen.

Because: “Awareness looks beautiful on you” 🙂

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