SonjaMeine Yoga-Lehrerin Sonja ist eine ganz Liebe und hat auch so einiges auf dem Kasten. Sie gibt nicht nur die wohl entspannendsten Yogastunden, sondern sie interessiert sich auch für RAW-Food. Ich persönlich habe mich mit Rohkost (so der deutsche Name 🙂 ) noch nicht wirklich viel beschäftigt. Außer in meiner Detox-Woche über die ich hier ja auch geschrieben habe. Damals habe ich schon festgestellt, dass das gar nicht so eintöniges Essen ist, wie ich ich es mir immer vorgestellt hatte. Im Gegenteil sogar! Es gibt wirklich viele Möglichkeiten für leckere Gerichte. Sonja hat vor kurzem eine Ausbildung an einer renommierten Rohkostschule in Amerika gemacht und da ich gerne mehr über das Thema erfahren wollte, habe ich sie um ein Interview gebeten.

ICH: Liebe Sonja, zuerst möchte ich gerne wissen, wie du überhaupt auf die RAW-Food-Ernährung aufmerksam geworden bist?

Sonja: Eigentlich war es purer Zufall. Vor einigen Jahren war ich mit einer Freundin bei einem Yoga-Retreat in Spanien. Die holländische Yoga-Lehrerin, die das Retreat veranstaltete, hatten wir kurz zuvor in Indien kennengelernt. Da wir sie toll fanden, hatten wir nach einem ihrer Retreats Ausschau gehalten. Neben Yoga wurde dort ausschließlich Gourmet RAW-Food angeboten und wir dachten damals “Hmmm naja, wird schon gehen – wir nehmen einfach viel Schokolade mit!” Als wir dort ankamen waren wir nicht begeistert, da wir keine Ahnung hatten wie köstlich RAW-Food sein kann. Seit dieser Woche sind wir dann fast jedes Jahr wieder hingefahren. Eigentlich dann sogar mehr wegen dem Essen als wegen den Yogastunden 🙂 .

ICH: Wieso ist die Ernährung mit Rohkost so gesund und was genau sind ihre Vorteile?

ZutatenSonja: Generell lässt man bei dieser Ernährungsweise einfach viele ungesunde Dinge, wie zum Beispiel behandelte oder industriell verarbeitete Lebensmittel weg und isst damit gesunder und auch automatisch weniger Kalorien. Man isst hauptsächlich Obst und Gemüse, die wiederum viel Wasser enthalten, was aus verschiedenen Gründen gut für uns ist. Das Essen darf nicht zu hoch erhitzt und schon gar nicht frittiert werden. Nur bis 42 Grad Celsius ist erlaubt. So bleiben sämtliche Vitamine, Enzyme, Vitalstoffe und  Mineralien erhalten. Am Anfang hatte ich mit dieser Ernährung richtig viel abgenommen. Jetzt hat es sich auf mein Idealgewicht eingependelt. In der rohen Ernährung werden neben Obst und Gemüse auch sehr viele Nüsse und Samen verwendet. Diese stellen gerade für die Süßspeisen zusammen mit Trockenfrüchten die Grundlage dar. Um die Enzyme in den Nüssen zu aktivieren, sollten diese vor dem Gebrauch eingeweicht werden. Idealerweise über Nacht, im Notfall einfach so lange wie möglich. (Wenn es interessiert – Tabellen mit den empfohlenen Einweichzeiten findet man im Internet). Enzyme helfen bei der Verdauung, verlangsamen den Alterungsprozess und geben Energie. Anfangs isst man von allem große Mengen, da die Sättigung nicht so stark ist wie nach gekochtem Essen. Mit der Zeit gewöhnt der Körper sich daran und man benötigt weniger Essen. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass man auch an Verpackung spart (vorausgesetzt, man kauft auch das unverpackte Obst und Gemüse).

ICH: Du warst jetzt auch in Amerika auf einer RAW-Kochschule. Wie bist du darauf gekommen und was hast du dort erlebt?

Der "Teig"Sonja: Nachdem ich jahrelang an den Retreats teilgenommen habe, hatte ich bemerkt, dass es mir zu Hause sehr schwer fällt, die rohe Ernährung weiter durchzuziehen. Ich wollte mich gerne intensiver mit dem Thema beschäftigen und auch lernen, wie man die Gerichte im Alltag zubereitet. Zuerst habe ich in Deutschland und Europa nach Schulen gesucht, habe aber keine gefunden, die mich angesprochen hat. Durch Zufall habe ich ein tolles Buch von Judita Wignall über RAW-Food in einem veganen Laden hier in München gefunden. Die Autorin schreibt am Schluss, dass sie selbst ihre Ausbildung am “Living Light Culinary Institute” in Fort Bragg absolviert hat. Ich habe dann über die Kochschule recherchiert und war sofort begeistert. Zur Vorbereitung auf die Ausbildung absolvierte ich zuerst zwei Online-Module für die Grundlagen-Kenntnisse, den Rest habe ich dann einfach auf mich zukommen lassen. Dort angekommen war alles sehr professionell, wie eben in einer richtigen Kochschule. Zusammen mit 13 anderen Teilnehmer wurden verschiedene Bereiche des “Kochens” durchlaufen. Vorspeisen, Hauptspeisen, Nachspeisen und außerdem Ernährungswissenschaft. Auch “Food Styling und – Fotografie” – also wie man Gerichte auf Bildern in Szene setzt – wurden uns hier vermittelt. Die ganze Ausbildung hat mir unheimlich viel gebracht und auch sehr viel Spaß gemacht.

ICH: Wie integrierst du die RAW-Ernährung jetzt in deinen Alltag?

Raw BrowniesSonja: Inzwischen bereite ich viel mehr Hauptgerichte in RAW zu, als vor meiner Ausbildung. Da ich jetzt alle Grundzüge der Rohkosternährung kenne, geht es mir nicht nur leichter von der Hand, sondern ich weiß auch, wie ich improvisieren kann. Außerdem kann ich meine Gerichte viel abwechslungsreicher gestalten. Manchmal schaue ich einfach in meinen Kühlschrank, sehe was ich da habe und zaubere eine leckeres Gericht daraus. Das finde ich einfach toll. Was bei mir natürlich immer RAW ist, ist das Frühstück. Ich habe ein selbstgemachtes Granola kreiert und mische es mit Obstsalat oder mache einen Chia-Pudding. Nach einem Motto der Schule “Eat the Rainbow” versuche ich mittags einen möglichst bunten Salat zu essen. Generell schärft diese Ernährungsweise den Blick für gesundes Essen. Man greift automatisch zur gesunden Version und wenn beispielsweise unterwegs mal kein rohes Essen zur Verfügung steht, nimmt man eben etwas vegetarisches. Natürlich bedarf das RAW-“Un-Cooking” etwas Vorbereitungszeit. Ich persönlich bereite relativ viel vor und friere es ein. So erspart man sich Zeit, wenn es mal schnell gehen soll.

ICH: Wie sehen denn jetzt deine Zukunftspläne aus?

Sonja: Aktuell nehme ich mir eine Auszeit vom Büroalltag und werde sehen, wo die Reise hingeht. Mein Ziel ist es, RAW-Cooking auch in mein Arbeitsleben zu integrieren. Aktuell findet ihr mich an einigen Tagen pro Woche im veganen Restaurant Rebella Bex in der Sonnenstraße. Geplant ist auch RAW-Food-Kurse anzubieten oder Cafés und Restaurants auf den Geschmack zu bringen. Ich bin gerade in einer kreativen Orientierungsphase und lote meine Möglichkeiten aus. Ich sage Bescheid, wenn es konkrete Kursangebote gibt.

 

Sonja hatte an diesem Tag für mich noch RAW Schoko-Brownies gemacht:

Fertige Brownies

Das Rezept könnt ihr hier runterladen: Brownies

Welche Geräte braucht man zum RAW-Cooking? 

  • einen Hochleistungs-Mixer
  • einen Zerkleinerer bzw. eine Küchenmaschine
  • idealerweise einen Dehydrator

Die Brownies von Sonja waren superlecker. Mich persönlich begeistern sowieso vor allem die süßen Variationen von RAW-Food. Quasi genießen ohne Sünde 🙂 . Sobald Sonja Kurse anbietet, halte ich euch darüber auf dem Laufenden.

RAW rockt!! Probiert es einfach selbst mal aus!

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